(T)Räume – Ein Kunstprojekt auf dem Gut Fergitz
Vom 11. bis zum 13. Mai haben vierzehn Schüler*innen unseres Gymnasiums gemeinsam mit Herr Hagedorn und Frau Niemann an einem besonderen Kunstprojekt auf dem Gut Fergitz teilnehmen können.
Unter dem Thema „(T)Räume“ wurden Alltagsheldinnen der Region durch Gipsplastiken dargestellt – die Schüler*innen wählten dafür ihre Mütter, Omas, Tanzlehrerinnen oder auch Arbeitskolleginnen aus und würdigten mit ihren Arbeiten das oft übersehene Engagement von Frauen in und für die Region.
Auf Einladung der Künstlerin Ilona Kalnoky fuhren wir auf das Gut Fergitz. Dort wurde drei Tage lang fleißig und intensiv gearbeitet, aber in dem idyllischen Ambiente natürlich auch ein wenig Freizeit genossen.
Bereits am Montag konnten wir mit einem besonderen Besuch in das Projekt starten und uns der Figurendarstellung durch Tanz annähern. Eine der Alltagsheldinnen, Liz Erber, besuchte uns während des Projektes und gestaltete einen wirklich inspirierenden Tanzworkshop. Die anfängliche Schüchternheit wurde schnell über Bord geworfen und es wurde getanzt, gezeichnet und ausprobiert. So entstand schon früh ein Gefühl für Dynamiken, Körperhaltungen und Proportionen.
Spätestens mit dem gemeinsamen Tanzen am Nachmittag waren sowohl die Schüler*innen als auch die Lehrkräfte ganz im Projekt aufgegangen. Unterbrochen wurde der Schaffensprozess nur von denjenigen, die in der Küche des Ferienhauses das Essen zubereiteten. Zum Abschluss des Tages gab es noch einen Impuls von Ilona Kalnoky zur Darstellung von Frauen in der plastischen Kunst – für viele eine Inspiration, die beim Skizzieren am Abend noch einmal aufgegriffen wurde.
Der Dienstag begann mit der Erkundung des Materials. Die Schüler*innen mussten selbst herausfinden: Wie viel Wasser brauche ich? Welche Konsistenz soll der Gips haben? Mische ich den Gips mit Holzwolle oder Papierschnipseln? Unterstützt wurden sie dabei von Ilona, die durch ihre Ruhe und Erfahrung ein Vertrauen in das zunächst unbekannte Material vermittelte. Im Laufe des Tages entstanden aus Draht die ersten Gerüste für die Plastiken. Die Umsetzung der Skizzen in dreidimensionale Formen erforderte viel Geduld und die Atmosphäre in der Scheune war außerordentlich konzentriert.
Da das Wetter wider Erwarten kühl war, stellte auch die Temperatur in der Scheune eine zusätzliche Herausforderung dar. Doch der Arbeitsprozess war längst nicht mehr aufzuhalten – also mussten Tee, Decken und alles an warmer Kleidung herhalten. Herr Hagedorn stand den Schüler*innen dabei mit Rat und Tat zur Seite und half ihnen, ihren eigenen gestalterischen Weg zu finden. Frau Niemann beendete den Tag mit einem kurzen Impuls zur Geschichte der Frauen in der Uckermark, dem trotz müder Gesichter aufmerksam und mit viel Wertschätzung gefolgt wurde. Abends wurde sich beim gemeinsamen Essen und dem obligatorischen Werwolf-Spielen gestärkt. Die privaten Süßigkeitenvorräte auf den Zimmern sind dabei natürlich nicht zu vergessen.
Der letzte Tag stand ganz unter dem Vorzeichen der abschließenden Ausstellung. Die Schüler*innen stellten ihre Plastiken fertig, während Herr Hagedorn gemeinsam mit den jungen Künstler*innen jedes einzelne Werk dokumentierte und reflektierte. Gleichzeitig wurden die Skizzen aufgehängt, aufgeräumt und eine Eröffnungsrede geschrieben.
Um 15 Uhr war es dann soweit und die Gäste erschienen – Alltagsheldinnen, Eltern, Großeltern, Geschwister und sogar einige Kunstschaffende der Region wurden von den Schüler*innen in kleinen Gruppen durch die Ausstellung geführt. Dabei präsentierten sie ihre Werke mit großem Stolz und erklärten ihre Gedanken und Ideen hinter den Plastiken. Den Gästen war deutlich anzusehen, wie sehr sie diese besondere Form der Würdigung der Alltagsheldinnen berührte.
Wir möchten uns herzlich bei Ilona und Ferdinand von Hohenzollern für die Einladung auf das Gut Fergitz und ihr großes Engagement für unsere Schüler*innen bedanken. Ein besonderer Dank gilt auch Liz Erber, die sich so kurzfristig bereit erklärt hat, Teil des Projektes zu sein und den kreativen Prozess mit ihrem Workshop sehr bereichert hat. Ebenso danken wir dem Förderverein des Einstein-Gymnasiums für die Unterstützung bei der Finanzierung des Transports.
Durch eure und Ihre Unterstützung ist ein Projekt entstanden, dessen Erfahrungen und Eindrücke sicherlich noch lange nachwirken werden.