Albert Einstein lässt sich feiern
Angermünder Gymnasium begeht 147. Geburtstag seines Namensgebers
13. März, 17.30 Uhr: Ein lauter Knall erfüllt die Aula des Gymnasiums. Die bewährte Zeitmaschine hat gleich zwei Albert Einsteins und ihre Zeitsekretärin auf die Bühne torpediert. Diese drei begrüßen am Ende eines ereignisreichen Einsteintages herzlich das Publikum. Der junge Albert wird von Theo Chwalisz in überschwänglicher Manier eines leidenschaftlichen Wissenschaftlers verkörpert, den seine Sekretärin, von Larissa Fritz gespielt, humorvoll in die Schranken zu weisen versteht. Milda Richter zeigt mit beeindruckender Lockerheit den alten Forscher, dem die brutalen Fakten von heute nichts mehr anhaben können.
Eigentlich hätten wir den Geburtstag erst am darauffolgenden Tag begehen dürfen, aber die Einsteinsche Relativität von Zeit lässt eine vorfristige Party zu.
Der Tag hielt für alle Klassenstufen passende Veranstaltungen bereit. Den Auftakt erlebten ab 11.30 Uhr die Acht- und Neuntklässler bei einem Vortrag von Prof. Dr. Roth über die Schärfe der Paprikaschote. Besonderer Anziehungspunkt waren dabei natürlich die scharfen Kostproben.
Kurz danach hießen gleich zwei Moderatoren – Ortwin Bader-Iskraut und Sören Hage – die 10. bis 12. Klassen willkommen. Sie sollten einen Wettstreit der Wissenschaften – „Science Slam“ - erleben und dabei als Juroren auftreten. In den Beiträgen ging es um Quantenphysik, Stammzellenforschung und Seismologie. Entscheidend war nicht allein der wissenschaftliche Anspruch, sondern auch die unterhaltsame und kreative Darbietung. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen konnte sich schließlich Daniel Vajner durchsetzen. Diese gelungene kurzweilige Veranstaltung organisierte die Präsenzstelle der Hochschulen des Landes Brandenburg, die den Schülern Unterstützung bei der Studienwahl anbietet.
Anschließend stellten die Siebtklässler bei „Einstein junior“ ihre naturwissenschaftlichen Kenntnisse unter Beweis, wobei die Klasse 7/2 schließlich das Rennen machte und ihre Klassenkasse aufbessern konnte.
Wagen wir einen (Zeit)Sprung zurück zu den Einsteins auf der Bühne. Sie lieferten sich nicht nur witzige und intelligente Wortgefechte, sondern erlebten mit den Zuschauern auch zahlreiche Auftritte aus Musik und Wortkunst. Bereichert haben das Publikum Lenya König und Erik Richter am Klavier, Ole Anderson an der Gitarre, die Streicher Judith von Recklinghausen, Elsa Beckenbach, Herr Mehnert sowie Luise Krug auf der Querflöte.
Willi Karolow rezitierte bravourös den verzweifelten Faust in seinem Studierzimmer, Maximilian Mallow bot in einem Poetry-Slam-Text einen Einstein, der rigoros in den Schulbetrieb eingreifen musste, damit neben KI und Google endlich wieder Neugier und Denken einsetzen, und die Deutsch – Seminarkurs- Schüler stellten dar, wie nahe beieinander Genie und Wahnsinn sind.
In diesem feierlichen Rahmen wurden auch zwei Schüler der 10. Klassen geehrt, die sich über den Unterricht hinaus wissenschaftlich betätigten – Isabelle Lemke nahm auf dem Gebiet der Chemie bei „Jugend forscht“ teil und Willi wurde zum zweiten Mal Diercke- Schulsieger.
Der alte Einstein resümiert den Tag so: „Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."
Alles in allem kann der „Einsteintag 2026“ als sehr positiv verbucht werden, wobei der Dank in erster Linie allen Mitgestaltern gilt.