Zwischen Segeln, Käse und Selbstfindung – unsere Kursfahrt nach Holland
Als wir montagmorgens in Enkhuizen ankamen, war es noch ein bisschen surreal. Der Hafen lag ruhig da, Möwen kreisten über den Bootsmasten, und unser Schiff wartete bereits auf uns. Aber bevor wir in See stachen, stand erst einmal ein Besuch im Zuiderzeemuseum an. Dort bekamen wir einen Eindruck davon, wie die Menschen früher rund um die Zuiderzee lebten – mit Holzschuhen, Fischerei, traditionellen Häusern und ganz viel Handwerk. Wir hatten vorab kleine Rundgänge vorbereitet und führten uns gegenseitig durch das Museum. Es war schön, mal nicht nur zuzuhören, sondern selbst Wissen zu teilen. Nachmittags ging’s dann endlich los aufs Markermeer – mit echtem Segelsetzen, Tauziehen, Knotenlernen und einer guten Portion Seeluft. Das Gefühl, übers Wasser zu gleiten, war irgendwie frei und still zugleich.
Unsere Segelreise führte uns nach Hoorn, ein kleiner Ort mit charmanten Gassen und einem hübschen Hafen, wo wir abends den Sonnenuntergang auf dem Deck genossen haben oder in kleinen Grüppchen die Gegend erkundeten.
Am Dienstag segelten wir nach Volendam, ein Bilderbuchdorf mit bunten Häusern, kleinen Lädchen und einer langen Promenade. Manche von uns sammelten bereits hier Material für die Fotoaufgabe, die wir während der Fahrt erledigen sollten. Dabei ging es nicht nur darum, schöne Bilder zu machen – sondern auch darum, Stimmungen einzufangen, Perspektiven zu wählen, Geschichten zu erzählen.
Der Mittwoch war besonders: Morgens besuchten wir den Käsemarkt in Edam. Das war wie eine Zeitreise – Männer in weißen Anzügen und Strohhüten, die riesige Käseräder durch die Gegend trugen, Käseboote, Glockenläuten. Alles wirkte fast wie ein Theaterstück. Danach ging es weiter nach Monnickendam, wo wir den Abend an Deck oder im Ort verbrachten.
Donnerstag war unser „Großstadt-Tag“: Amsterdam. Auch hier hatten wir eigene Führungen vorbereitet – über Sehenswürdigkeiten, die Architektur, die Geschichte der Stadt. Wir liefen viel, lachten viel, lernten viel. Um 12:30 Uhr durften wir dann an einer Kanaltour teilnehmen, durch die idyllischen Kanäle Amterdams schifften wir und erhielten ausführliche Eindrücke und Wissen. Danach besuchten wir Museen, aßen eine „Stroopwafel“ oder bestaunten jede noch so verwinkelte Gasse. Es war laut, bunt und überwältigend – aber auch schön zu sehen, wie viel Verantwortung jede/r übernommen hat, sei es bei der Führung oder der Orientierung.
Am Freitag segelten wir zurück nach Enkhuizen – vertraut mit dem Schiff, vertrauter auch miteinander. Fünf Tage auf engem Raum, auf dem Wasser, mit Wind und Wetter, haben uns näher zusammengebracht. Wir haben nicht nur viel über die niederländische Geschichte, Seefahrt und Kultur gelernt – sondern auch über uns selbst. Wer kann anpacken? Wer behält in stressigen Momenten die Ruhe? Wer übernimmt Verantwortung? Diese Kursfahrt war mehr als eine Klassenreise. Es war eine Mischung aus Bildung, Leben und Abenteuer – eine Erfahrung, die noch lange in uns nachhallen wird.